Natur- oder konventionelle Kosmetik: Was sind die Unterschiede für Ihre Haut?
Der Hauptunterschied zwischen Naturkosmetik und konventioneller Kosmetik liegt im Ursprung der Inhaltsstoffe: Einerseits überwiegend pflanzlich oder mineralisch, andererseits häufiger synthetisch oder aus der Petrochemie stammend. Sowohl in der Schweiz als auch in der Europäischen Union müssen alle verkauften Kosmetika dieselben Sicherheitsstandards erfüllen. Sich für Naturkosmetik zu entscheiden, ist daher eher eine Frage von Werten, Umweltauswirkungen und Sensorik als eine Frage der Gefährlichkeit.
„Natürlich“, „clean“, „Bio“... Die Begriffe auf den Etiketten nehmen zu, und man verliert leicht den Überblick. Hier sind die Fakten, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Was ist ein Naturkosmetikum?
Ein Naturkosmetikum besteht überwiegend aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs: Pflanzenextrakte, pflanzliche Öle und Buttern, Blütenwässer, Mineralien. Der Prozentsatz der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs wird nach einer internationalen Methode berechnet, der Norm ISO 16128.
Da das Wort „natürlich“ gesetzlich nicht definiert ist, sind Labels der verlässlichste Anhaltspunkt: COSMOS (Ecocert), NATRUE oder BDIH legen präzise Anforderungen an die zugelassenen Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren fest.
Was ist ein Inhaltsstoff aus der Petrochemie?
Es handelt sich um einen Inhaltsstoff, der aus Erdöl oder dessen Derivaten hergestellt wird. Hier sind einige gängige Beispiele, die Sie in der INCI-Liste erkennen können:
| Familie | INCI-Beispiele | Rolle in der Formulierung |
|---|---|---|
| Mineralöle | Paraffinum Liquidum, Petrolatum | Textur, Schutzfilm |
| PEG und Derivate | PEG-40, Ceteareth-20 | Emulgatoren |
| Bestimmte Silikone | Dimethicone, Cyclopentasiloxane | Seidiges Hautgefühl, Gleitfähigkeit |
| Bestimmte Polymere | Carbomer, Acrylates Copolymer | Gel-Textur |
Diese Inhaltsstoffe sind zugelassen und werden durch Vorschriften reguliert. Sie werden wegen ihrer Stabilität, Textur oder Kosten gewählt. Naturkosmetikmarken bevorzugen pflanzliche Alternativen, insbesondere wegen ihrer Umweltverträglichkeit und biologischen Abbaubarkeit.
Mehr dazu: Mineralöl oder Pflanzenöl, was ist der Unterschied?
Und Parabene?
Parabene sind Konservierungsstoffe. Sie wurden eingehend untersucht, insbesondere hinsichtlich ihrer möglichen Wirkung auf das Hormonsystem. Basierend auf den Gutachten des wissenschaftlichen Ausschusses der EU (SCCS) hat die Europäische Union 2014 fünf davon verboten und die Konzentration der anderen, die in den zugelassenen Mengen als sicher gelten, begrenzt. Die Schweiz wendet dieselben Regeln an.
Naturkosmetik verwendet andere Konservierungsstoffe, die von Bio-Labels zugelassen sind, wie beispielsweise Kaliumsorbat, Natriumbenzoat, Dehydroessigsäure oder Natriumlevulinat.
Mehr dazu: Endokrine Disruptoren und Kosmetik: Was Sie wissen müssen.
Natürlich oder konventionell: Wo liegen konkret die Unterschiede?
| Naturkosmetik | Konventionelle Kosmetik | |
|---|---|---|
| Ursprung der Inhaltsstoffe | Vor allem pflanzlich und mineralisch | Meist synthetisch oder petrochemisch |
| Sicherheit | Gleiche Regeln und gleiche obligatorische Sicherheitsbewertung | Gleiche Regeln und gleiche obligatorische Sicherheitsbewertung |
| Umwelt | Inhaltsstoffe meist biologisch abbaubarer, oft bio | Variabel je nach Inhaltsstoff |
| Sensorik | Pflanzliche Texturen und Düfte, die je nach Charge variieren können | Sehr gleichmäßige Texturen |
| Verträglichkeit | Nicht automatisch besser: Pflanzen und ätherische Öle enthalten Allergene | Variabel je nach Formulierung |
Ist Naturkosmetik besser für empfindliche Haut geeignet?
Nicht unbedingt, und das ist wichtig zu betonen. Manche Pflanzen und ätherische Öle enthalten natürliche Allergene. Für empfindliche Haut sind eine kurze Zutatenliste, ein auf empfindlicher Haut getestetes Produkt sowie ein kleiner Test am Handgelenk vor der ersten Anwendung die besten Orientierungshilfen.
Mehr dazu: Reaktive Haut: Wie wählt man die richtigen Kosmetika aus?
Die Wahl von Belle Luce
- Formulierungen mit bis zu 99,7 % Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs, wie die Edelweiss-Tagescreme und das Augenpartie-Elixier;
- Pflanzen aus biologischem Anbau im Val de Bagnes;
- Konservierungsstoffe, die von Bio-Referenzwerken zugelassen sind;
- Gesichtspflegeprodukte, die unter dermatologischer Kontrolle an empfindlicher Haut getestet wurden;
- Bewertungen von 85 bis 100/100 auf Yuka.
Häufig gestellte Fragen
Sind konventionelle Kosmetika gefährlich?
Nein. In der Schweiz und in der Europäischen Union muss jedes Kosmetikprodukt vor dem Inverkehrbringen einer Sicherheitsbewertung unterzogen werden, egal ob es natürlich ist oder nicht. Der Unterschied liegt im Ursprung der Inhaltsstoffe, nicht im geforderten Sicherheitsniveau.
Woher weiß ich, ob ein Kosmetikprodukt wirklich natürlich ist?
Prüfen Sie die INCI-Liste, den Prozentsatz an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs und das Vorhandensein eines anerkannten Labels wie COSMOS oder NATRUE.
Bedeutet natürlich auch gleich Bio?
Nein. Ein natürlicher Inhaltsstoff kommt aus der Natur; ein Bio-Inhaltsstoff stammt zudem aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Labels geben den Prozentsatz der Bio-Inhaltsstoffe an.
Warum braucht Naturkosmetik Konservierungsstoffe?
Weil ein Pflegeprodukt, das Wasser enthält, Bakterien oder Schimmel bilden kann. Der Konservierungsstoff garantiert, dass es bis zur letzten Anwendung sicher bleibt. Naturkosmetika verwenden Konservierungsstoffe, die von Bio-Labels zugelassen sind.
Pflegeprodukte mit Pflanzen aus dem Wallis, bis zu 99,7 % natürlichen Ursprungs
Quellen: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel; Verordnung (EU) Nr. 358/2014; Norm ISO 16128; Gutachten des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) zu Parabenen.
